Presseinfos

"ECDL barrierefrei": Ein Projekt zugunsten behinderter Menschen

Behinderte Menschen wurden durch ihre körperliche Beeinträchtigung von Bereichen der Gesellschaft, dem Arbeitsmarkt und insbesondere von der modernen Informationsgesellschaft ausgeschlossen. Das Fehlen adäquater Schulungsunterlagen sowie spezifischer Trainingsangebote machten marktübliche Computerausbildungen für diese Menschen bisher meist schwer bis unmöglich. Das von Microsoft Österreich initiierte und von Partnerunternehmen unterstützte Projekt "ECDL barrierefrei" hilft behinderten Personen mit speziellen Schulungsmodellen, den durch ihre körperliche Beeinträchtigung eingeschränkten Zugang zu marktüblichen Computerausbildungen zu überwinden. Das Projekt "ECDL barrierefrei" - "Computer Führerschein für Menschen mit Behinderungen" fördert die Integration von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt durch konkrete Unterstützung bei der IT-Ausbildung.

Das Projekt "Projekt ECDL barrierefrei" greift eine somit gesamtgesellschaftliche Problematik auf, die im Zusammenwirken der Projektpartner gelöst wird. Für körperlich beeinträchtigte Menschen eröffnen sich durch "ECDL barrierefrei" neue berufliche und soziale Perspektiven und Möglichkeiten.

Eingebettet in das Projekt "Leonardo da Vinci" der Europäischen Union wird es durch "ECDL barrierefrei" nun auch behinderten Menschen ermöglicht, das international anerkannte IT-Ausbildungszertifikat ECDL (European Computer Driving Licence) zu erwerben. "ECDL barrierefrei" wendet sich primär an

  • sehbehinderte/blinde
  • hörbehinderte/gehörlose sowie
  • mobilitäts- bzw. bewegungsbehinderte Menschen,

aber auch an Menschen mit Lernschwierigkeiten oder besonderen Lernbedürfnissen wie zum Beispiel durch eingeschränkte Bildung oder Schwierigkeiten beim Verstehen der Landessprache.

Erstmals wird mittels Software ein entscheidender Schritt zum Ende der Diskriminierung körperlich beeinträchtiger Menschen am Arbeitsmarkt in einem beachtlichen Ausmaß geleistet. Das technologische Gelingen der Aktivitäten stellt eine große Herausforderung an Softwareentwickler dar, die durchaus Signalwirkung hat: Mittels moderner Informationstechnologie können seit mehreren Jahrzehnten bestehende Zutrittsbarrieren überwunden werden.

Der Nutzen von "ECDL barrierefrei": Wer profitiert?

Das Projekt "ECDL barrierefrei" ist nicht nur in der Zielgruppe der behinderten bzw. körperlich beeinträchtigten Menschen angesehen; mit dem Projekt verbunden ist auch eine Signalwirkung an die breite Öffentlichkeit: Einerseits werden durch das Projekt die IT-Fähigkeiten der Teilnehmer gefördert und eine höhere Beschäftigungsquote behinderter Menschen ermöglicht. Andererseits wird durch das Projekt auch eine höhere Akzeptanz der behinderten Menschen in der Öffentlichkeit geschaffen - behinderte Menschen sind zwar körperlich eingeschränkt, verfügen aber zweifellos über große Potentiale, die gefördert und zum Leben erweckt werden können. Mit diesem Programm können behinderte Menschen das Stigmata, nicht als vollwertig einsetzbare Arbeitskräfte angesehen zu werden überwinden, weil sie eine gleichwertige Ausbildung wie nicht-behinderte Menschen vorweisen können. Die gelungene Umsetzung des Projekts begeistert daher nicht nur die beteiligten Partner und die Zielgruppe sondern findet auch Niederschlag bei Menschen, die für Verständnis und Toleranz eintreten.

Der Nutzen, der mit diesem Projekt realisiert wird, geht über den Nutzen für die beteiligten Unternehmen weit hinaus und liegt in der Gleichstellung von körperlich beeinträchtigen Menschen mit nicht-behinderten Menschen am Arbeitsmarkt durch das Fallen diskriminierender Barrieren zwischen einzelnen Menschen.

Das Projekt bedeutet daher einen großen Fortschritt im Sinne der Gleichberechtigung und Menschenwürde. In Summe profitiert die Gesellschaft als Ganzes von einer verbesserten Integration behinderter Menschen.

Einzigartige heimische Zusammenarbeit von Wirtschaft und öffentlichen Institutionen

Auf Initiative von Microsoft Österreich und der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) wurde das Projekt ECDL barrierefrei gemeinsam mit Partnern ins Leben gerufen. Weitere Partner sind das Institut "integriert studieren" der Universität Linz und bit media e-Learning solution, die mit der Unterstützung von Microsoft Österreich und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bm:bwk) seit dem Jahr 2003 am österreichischen "ECDL barrierefrei" Projekt arbeiten.

Projektziele und Zielerreichung

Mit der umfassenden Anpassung und Erstellung von Schulungsunterlagen für den heimischen ECDL barrierefrei wurde Anfang 2004 begonnen. Ausgangspunkt waren dabei die Erstellung von Lehr- und Lernunterlagen, um einen integrativen Unterricht gewährleisten zu können. Die Materialien wurden an die unterschiedlichen Bedürfnisse von behinderten Menschen und deren assistierenden Technologien angepasst, wie z.B. Braille-Displays, synthetische Sprachausgabe für sehbehinderte und blinde ComputernutzerInnen, Tastatur- bzw. Mausalternativen, wie eine OnScreenTastatur oder eine HeadMouse für bewegungsbehinderte Menschen.

Die Module für die einzelnen Zielgruppen umfassen

  • Grundlagen der Informationstechnologie (theoretisch)
  • Computerbenutzung und Dateimanagement
  • Textverarbeitung
  • Tabellenkalkulation
  • Datenbank
  • Präsentation
  • Information und Kommunikation.

Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz im April 2005 werden bereits vier Module einsatzbereit sein.

Parallel dazu wird an der Vorbereitung integrativer Kurse, sowie an der Ausbildung von speziell auf diese Materialien geschulten TrainerInnen gearbeitet. Weiters wird die Verbreitung der Materialien im deutsprachigen Raum sowie die langfristige Sicherung der "Aktualität" der Materialien gewährleistet.

Weitere drei Module befinden sich in der Entwicklungsphase und werden Ende 2005 fertig gestellt.