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10 Jahre ECDL in Österreich

Meine ECDL Geschichte, Teil 1

"Es wäre schade, wenn man nicht feiert"

Ein Blick zurück mit Sandra Koppanyi und Claudia Schwinghammer

Der ECDL feiert heuer sein 10-jähriges Jubiläum. ECDL News hat deshalb ECDL Absolventinnen und Absolventen zwischen 1997 und 2007 interviewt. Erste Gesprächspartnerinnnen sind Sandra Koppanyi (K) und Claudia Schwinghammer (S). Beide haben 1998 im Rahmen ihrer Ausbildung an der FH Wien, Studiengang Marketing & Sales, mit dem ECDL begonnen und 1999 die Prüfungen bestanden.

Sandra Koppanyi und Claudia SchwinghammerHeute ist Koppanyi Marketingleiterin bei Sphinx IT Consulting. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Individuallösungen und die Durchführung von Technologieprojekten spezialisiert.

Schwinghammer ist im Pharmaunternehmen Schering für Produktmanagement verantwortlich. Im Gespräch erinnern sie sich an ihre persönlichen Erfahrungen mit dem ECDL.

ECDL News: Wie sind Sie 1998 auf die Idee gekommen, den ECDL zu machen?

Koppanyi: Der ECDL war Pflichtfach an der Fachhochschule. Heute setzt die FH ECDL Wissen bereits bei der Aufnahme voraus. Das Zertifikat kann aber nachgeholt werden. Außerdem werden Neue Medien im Marketing ein zusätzlicher Schwerpunkt bei der Bachelor Ausbildung sein.

Schwinghammer: Der ECDL war eine Chance. Es war ein Vorteil, dass wir eine der ersten Absolventen waren. Damit konnten wir uns am Markt unterscheiden. Bei Bewerbungsgesprächen habe ich das Zertifikat gut einsetzen können.

ECDL News: Wie war das damals?

Schwinghammer: Zwei Semester haben wir uns auf die Prüfungen vorbereitet. Obwohl wir uns bei manchen Modulen gespielt haben.

Koppanyi: Wir haben die FH berufsbegleitend gemacht, das heißt wir konntem mit dem PC umgehen und hatten E-Mail Adressen. Das war 1998 nicht selbstverständlich. Datenbank war das Modul bei dem die meisten gekämpft haben. Ich habe die ECDL Kurse positiv in Erinnerung.

ECDL News: Welche Module haben Ihnen besonders Spaß gemacht?

Schwinghammer: Favoriten waren Textverarbeitung und Präsentation. Animationen haben mir getaugt. Ich habe neue Tools kennen gelernt, zum Beispiel wie man Präsentationen mit Musik unterlegt. Das war damals total freakig. Wir waren absolute Heros, wenn wir unser neues Wissen in unseren Unternehmen umgesetzt haben. Kollegen hatten offene Münder, weil Präsentationen mit Musik damals einfach nicht üblich waren.

Koppanyi: Mir hat auch Präsentation am besten gefallen. Wir konnten gleich umsetzen, was wir gelernt hatten.

ECDL News: Wo setzen Sie ECDL Kenntnisse heute ein?

Schwinghammer: In der Pharmabranche hat IT in der Vergangenheit nicht so einen großen Stellenwert gehabt. Das heißt ich habe einen Vorteil. Ich mache Präsentationen für Außendienst-Tagungen. Dabei halte ich mich an Regeln, die wir bei Präsentationstechnik gelernt haben: mit Master arbeiten, Animationen gezielt einsetzen, nicht zu viel auf die Folien - damit das Publikum nicht nach der dritten Folie wegkippt. Präsentation ist wie Schuhe putzen in der Früh - gehört einfach dazu.

Koppanyi: Textverarbeitung und Tabellenkalkulation sind Alltag. Präsentation brauche ich regelmäßig, wenn wir uns als potentieller Partner oder Anbieter für Software vorstellen. Außerdem verwende ich das Programm sehr gerne, um graphische Darstellungen vorab zu entwerfen.

Schwinghammer: Außerdem haben wir ein enorm gutes Netzwerk durch die FH. Wenn einer von uns hängt, haben wir innerhalb von 10 Minuten Hilfe. Die Klassengemeinschaft habe ich sehr positiv empfunden. Wir haben uns in der Gruppe motiviert – das war für alle Prüfungen wichtig. Und das funktioniert bis heute.

ECDL News: Wie wichtig ist der ECDL?

Koppanyi: Wichtig beim Recruiting von Mitarbeiten. Bei Bewerbungen verlange ich einen gewissen Standard. Was der Kandidat sagt, entspricht nicht immer dem Niveau, das erwartet wird. Der ECDL hat ein bestimmtes Level und ich weiß, was ich erwarten kann. Für viele Firmen ist der ECDL heute Voraussetzung, um überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

ECDL News: Die OCG legt besonderen Wert auf Barrierefreiheit.

Koppanyi: Der Computer ist ein Medium, das zu Beginn Menschen mit besonderen Bedürfnissen von vornherein ausgeschlossen hat. Und das ist einfach nicht in Ordnung. Eine Tageszeitung wird nicht täglich ihre Zeitung in Brailleschrift herausgeben können. Aber jedes Medium, das die Möglichkeit dazu hat, sollte barrierefrei sein. Deshalb finde ich es gut, dass der ECDL auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen offen steht.

ECDL News: Was halten Sie von Jubiläen?

Schwinghammer: Es wäre schade, wenn man nicht feiert. Denn es ist heute keine Selbstverständlichkeit, dass sich ein Produkt 10 Jahre auf dem Markt erfolgreich hält. Und das sollte man kommunizieren.

ECDL News: Was wünschen Sie dem ECDL für die Zukunft?

Schwinghammer: Dass das hohe Niveau erhalten bleibt. 

Koppanyi: Ich wünsche der OCG weitere Produkte, die mit so einem Erfolg ins Leben gerufen werden wie damals der ECDL. 

Interview und Fotos: Eva Mandl