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10 Jahre ECDL in Österreich

Meine ECDL Geschichte - Teil 3

„Guter Impuls für die Schulen“

Gabriele Anna Flicker„Meine persönliche ECDL Geschichte“ ist das Thema der Interviewreihe anlässlich 10 Jahre ECDL. Von Jänner bis Dezember 2007 schildert jeweils ein ECDL Absolvent oder eine Absolventin seine oder ihre Erfahrungen mit dem Europäischen Computer Führerschein. Diesmal erinnert sich Gabriele Flicker an ihre ECDL Vergangenheit. Die Informatikerin war Lehrerin und ist heute bei der OCG als Produktmanagerin für ECDL Core und ECDL Advanced verantwortlich.

Webredaktion: Wann sind Sie das erste Mal auf den ECDL gestoßen?

Gabriele Flicker: 1997. Damals habe ich Informatik an der Tourismusschule Wien 21 (heute Hertha Firnberg Schule) unterrichtet. Die Direktorin hat uns den ECDL vorgestellt. Ich war gleich begeistert. Die Prüfungsinhalte waren praxisorientiert und auf den Anwender bezogen - nicht zu technisch und nicht zu detailliert.

Webredaktion: Wie ist die erste ECDL Prüfung bei den Schülern angekommen?

Gabriele Flicker: Die Prüfungsinhalte haben genau dem Unterrichtsstoff entsprochen. Dadurch war mir klar, dass meine Schüler keine Probleme bei der Prüfung haben werden. Trotzdem war viel Überredungsarbeit notwendig. Mit großem Zittern und Bangen sind die damals 17-Jährigen angetreten. Es war die erste Prüfung, die sie nicht bei ihrem Lehrer gemacht haben. Dazu kam die Angst vor Kosten für die Wiederholungsprüfung und vor einer schlechten Note in EDV. Heute gehört der ECDL zur Ausbildung. Die Schüler an der Hertha Firnberg Schule machen nicht nur den ECDL Core, auch den ECDL Advanced und den ECDL Webstarter.

Webredaktion: Haben Sie auch den ECDL absolviert?

Gabriele Flicker: Meine eigene Prüfung war die Beurteilerprüfung, die ich im November 1998 gemacht habe. Das war überhaupt die erste Prüfung für Lehrer. Der Andrang war groß, der Termin komplett überlaufen.

Webredaktion: Was unterscheidet den ECDL Core von der Beurteilerprüfung?

Gabriele Flicker: Die Prüfungsinhalte sind ident. Allerdings müssen die Fragen bei der Beurteilerprüfung in einer kürzeren Zeit beantwortet werden. Statt 45 Minuten hat man pro Modul nur 20 Minuten.

Webredaktion: Wie ist es Ihnen bei Ihrer Prüfung gegangen?

Gabriele Flicker: Die Prüfung war für mich einfach. Wir haben ein Modul nach dem anderen gemacht. Bei Textverarbeitung war ich bereits nach 7 Minuten fertig. Das ging auch so weiter. Zum Zeitvertreib bin ich hinausgegangen und als ich wieder zurück war, sagte Professor Futschek, der die Prüfung damals abgenommen hat, ob ich das Blatt auch umgedreht hätte. Da ist mir warm geworden, denn die zweite Hälfte habe ich nicht gesehen. Seither steht bei jedem Test – ich bin ja für die Tests verantwortlich – ganz groß unten auf jeder Seite die Anzahl der Seiten, zum Beispiel Seite eins von zwei. 

Webredaktion: Sonst ist alles glatt gelaufen?

Gabriele Flicker: Na ja. Es hätte mir passieren können dass sich bei Modul 7 (Information und Kommunikation) durchfalle. Die Internet-Verbindung war extrem langsam. Wir mussten recherchieren und ich bin einfach nicht auf die gewünschte Seite gekommen. In meiner Not habe ich dann die Schritte, wie man hinkommen würde, aufgeschrieben und das wurde zum Glück anerkannt.

Webredaktion: Wieso haben Sie als Informatiklehrerin den ECDL gemacht?

Gabriele Flicker: Ich wollte wissen, was auf meine Schüler zukommt. Somit konnte ich sie besser auf die Prüfungen vorbereiten.

ECDL: Was hat - Ihre Meinung nach - den Schulen der ECDL gebracht?

Gabriele Flicker: Er war ein guter Impuls für die Schulen, weil die Lehrpläne sehr unterschiedlich und auch die Umsetzungen inhomogen waren. Durch den ECDL war plötzlich ein Standard gegeben, an den sich jeder Lehrer halten konnte.

Webredaktion: Wie kommt man von der Schule in die OCG?

Gabriele Flicker: Ich habe Anfang 2000 im ECDL Team begonnen. Anfangs habe ich im pädagogischen Beirat mitgearbeitet. Das ist ein Team von Experten mit Erfahrung im Schulungswesen und mit viel Engagement. Die Arbeit ist immer mehr geworden, ständig kamen neue Module und Tests dazu. Das wurde dem Beirat zu viel. Für mich war es eine interessante Herausforderung. Somit war es nahe liegend in die OCG zu wechseln. Jetzt bin ich 7 Jahre dabei und es macht mir immer noch großen Spaß.

Webredaktion: Auf welche Neuerungen können wir uns freuen?

Gabriele Flicker: Zurzeit arbeiten wir an einem neuen Zertifikat: OCG IT -Security. Wie der Name schon sagt, ist es ein Modul zum Thema Sicherheit. Die Absolventen wissen, wie man den eigenen Rechner vor Viren, Hackern, Trojanern und Würmern schützt. Außerdem adaptieren wir gerade die Tests für die neue Vista und Office 2007 Oberfläche.

Text und Foto: Eva Mandl