10 Jahre ECDL in Österreich

10 Jahre ECDL: Teil 1
Wie alles seinen Anfang nahm …
Der Europäische Computer Führerschein ist 1997 offiziell vorgestellt worden. 10 Jahre später steht der ECDL für die erfolgreichste Ausbildungs- und Zertifikatsinitiative im Bereich Computeranwendung weltweit. Als ICDL (International Computer Driving Licence) ist er außerhalb Europas bekannt und beliebt. In mehr als 140 Staaten der Welt und in 38 Sprachen kann heute der ECDL/ICDL gemacht werden. Eine Erfolgsgeschichte wie keine zweite. Aber wie hat alles angefangen?
Der Sprung zurück führt in den hohen Norden. 1994 entwickelt die finnische Computergesellschaft einen „Computer Führerschein“ (CDL - Computer Driving Licence) der als unmittelbarer Vorläufer des Europäischen Computer Führerscheines gilt. Das Konzept erarbeitet die Finnish Information Processing Association mit der Wirtschaft und einigen Ausbildungsunternehmen. Schon damals hatte der CDL eine Modulstruktur, bestehend aus sieben Teilen. Das Konzept war so erfolgsversprechend, dass nur ein Jahr später der internationale Dachverband der Europäischen Informatikgesellschaften (CEPIS - Council of European Professional Informatics Societies) sich dafür interessierte.
Nun ging es Schlag auf Schlag. Die Europäische Kommission stellte der CEPIS finanzielle Mittel zur Verfügung, um herauszufinden, wie die IT-Kenntnisse in der Industrie gesteigert werden konnten. Die Arbeitsgruppe (Task Force) der CEPIS bestehend aus Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark und Irland nahm ihre Arbeit auf. Bald kamen mit Frankreich, Italien, Niederlande, Großbritannien und Österreich weitere interessierte Informatikgesellschaften hinzu. Uni.-Prof. Dr. Gerald Futschek, Repräsentant der Österreichischen Computer Gesellschaft, erinnert sich: „Ich setzte mich speziell für die Entwicklung des einheitlichen Lernzielkatalogs ein, denn der macht das gesamte Konzept und die Struktur des ECDL transparent. Ob Kandidat, Schulungsanbieter oder Hersteller von Lernunterlagen, jedem war damit klar, worum es beim ECDL ging und was man können musste in den einzelnen Modulen".
Die Ergebnisse der Task Force mündeten in der Ausformulierung des Europäischen Computer Führerscheins, wie wir ihn heute kennen.
Vom Pilottest …
August 1996 startete der
Piloteinsatz. Als erstes Land wurde Schweden aktiv und konnte noch im ersten
Jahr 6.000 Kandidaten für den ECDL gewinnen. Zusätzlich freute sich die schwedische
Informatikgesellschaft über 200 autorisierte ECDL Test Center. Das waren Schulen,
Trainingsunternehmen, Abendschulen für Erwachsenen und einige Institute, die
eng mit dem schwedischen Arbeitsmarktservice zusammenarbeiteten. Es folgten in
kurzen Abständen Irland, Dänemark und Frankreich als Pilotländer.
Ende 1996 entschieden sich acht Mitglieder der CEPIS zur Gründung der ECDL Foundation mit Sitz in Dublin (im Bild: das erste ECDL Büro), Irland. Ihre Aufgabe sollte die Entwicklung und Verwaltung des ECDL zukünftig sein. Durch Förderung der Europäischen Kommission konnte im März 1997 die Version 1.0 des Lernzielkatalogs (Syllabus genannt) verwirklich werden.
… zum Echteinsatz
In der Folge führten elf europäische Länder den ECDL ein, darunter war auch schon Österreich. Mit einer Pressekonferenz im „Blauen Salon" des damaligen Bildungs- und Infrastrukturministeriums startete am 9. September 1997 der ECDL offiziell in Österreich. Für Einführung, Umsetzung, Weiterentwicklung und Qualitätskontrolle war und ist die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG) verantwortlich. Eine Herausforderung, die sie bis heute überaus erfolgreich bewältigt.
Und was erfolgreich bedeutet, erfahren Sie im kommenden Heft. Denn aus der europäischen ECDL Initiative wurde eine weltweite (ICDL - International Computer Driving Licence) und in Österreich feierte man den 5.000sten, den 10.000sten, den 50.000sten, den 100.000sten und zuletzt den 150.000sten Absolventen.
Text: Sandra Rodriguez, Rupert Lemmel-Seedorf, Foto: Archiv





