Aktivitäten - News - Meldungen 2009
Nutzen der Weiterbildung
Ergebnisse einer repräsentativen Untersuchung in Österreich
Internationale empirische Untersuchungen zum Nutzen von Weiterbildungsmaßnahmen belegen
die durchwegs hohe Rentabilität derartiger Investitionen. Die hier präsentierten Ergebnisse einer aktuellen ibw-Studie stellen einen Schritt dar,
den Informationsstand in Österreich zu dieser Frage zu erhöhen. Der Fokus der Studie liegt
auf der Analyse von Nutzeffekten für Arbeitnehmer,
die an primär beruflich motivierten Weiterbildungskursen teilgenommen haben. Darüber hinaus
werden auch Finanzierungsaspekte und Fördereffekte analysiert.
Breite Motivationslagen für eine Weiterbildungsteilnahme
Die Motive für eine Kursteilnahme sind breit gestreut und grob gesprochen
können vier unterschiedliche Motivationslagen festgestellt werden:
1.) inhaltliche/thematische Interessen und Freude am Lernen.
2.) Aufstiegsmotive wie höheres Gehalt, „Karriere“
interessantere/anspruchsvollere Tätigkeiten.
3.) Arbeitsplatzsicherung,
Anpassung an neue Tätigkeiten etc. und
4.) spezielle Bedarfslagen wie „sich selbstständig machen“.
Hohe Nützlichkeit der vermittelten
Kenntnisse im beruflichen Kontext
Für fast die Hälfte der Kursabsolventen
ist der Kurs in ihrem Arbeitskontext
sehr nützlich und für weitere rund 40 % ist der Kurs zumindest teilweise nützlich. Lediglich für 15 % sind die vermittelten Kenntnisse im beruflichen
Kontext überhaupt nicht anwendbar.
Kursteilnahme ursächlich für die Einkommenserhöhung In anderen Worten: 18 % der Kursteilnehmer
geben an, dass der Kurs direkt zu einer Gehaltserhöhung von durchschnittlich rund 23 % geführt hat.
Im Vergleich dazu stieg das Einkommen
der „Kontrollgruppe“ von während der letzten fünf Jahre
weiterbildungsinaktiven Erwerbstätigen im selben Beobachtungszeitraum nur um rund 5 %.
Finanzierungsaspekte
Unternehmen leisten einen Beitrag in Form direkter Kursfinanzierung sowie der
Bereitstellung der Arbeitszeit und Mitarbeiter leisten ihren Beitrag in Form des
Verzichts auf Freizeit sowie direkter Finanzierung der Kurskosten.
So hat bei 36 % der Kursteilnehmer
das Unternehmen zur Gänze die Kurskosten getragen und bei weiteren
9 % hat es sich zumindest teilweise
daran beteiligt. Bei 20 % der Kursteilnehmer fand der Kurs entweder
zur Gänze oder teilweise während der Arbeitszeiten statt.
Aber auch öffentliche Förderungen spielen eine wichtige Rolle. So erhielten
43 % aller KursteilnehmerInnen öffentliche Zuschüsse zu den Kurskosten.
Im Schnitt werden diesem Personenkreis
knapp zwei Drittel der direkten Kurskosten ersetzt.
Dieser hohe Förderanteil spiegelt auch die subjektorientierten öffentlichen
Finanzierungsförderungen der beiden Bundesländer (OÖ-Bildungskonto,
NÖ-Bildungsförderung) wider.
Ein bemerkenswerter Fördereffekt ist darin zu sehen, dass sich die Kurswahl
einkommensschwächerer Kursteilnehmer nicht von jener der einkommenstärkeren
unterscheidet – oder kurz gesagt: Einkommensschwächere Kurs-teilnehmerInnen
wählen offenbar nicht „billigere“ Kurse.
Verfasser der Studie, Mag. Kurt Schmid




